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Maritime Meile Konzeption 1. Anliegen und Zweck

Den Ausgangspunkt der Projektgruppe Maritime Meile im Stadthafen Rostock bilden drei übergreifende Anliegen:
Zum ersten bentigt Rostock ein zusätzliches touristisches Highlight, das im Interesse von Image und Wirtschaft der Stadt und der Region zahlreiche Gäste saisonunabhängiger anzieht.
Schon heute ist die Ausstattung Rostocks mit saisonunabhängigen touristischen Attraktionen nicht ausreichend, wie nicht zuletzt ein Vergleich mit Nachbarstädten zeigt (beispielsweise Ozeaneum und Meeresmuseum in Stralsund, Phantechnikum in Wismar, Wikinger-Museum in Lübeck). Die Notwendigkeit der Einrichtung zusätzlicher touristischer Anziehungspunkte wird umso deutlicher, wenn man die angestrebte Erweiterung der touristischen Wertschöpfung und der Gästezahlen in Betracht zieht.
Zum zweiten muss der Stadthafen Rostock stärker belebt und ganzheitlich weiterentwickelt werden. Durch seine zentrumsnahe Lage am Wasser weist der Stadthafen ein touristisches Potenzial auf, das heute nur zu einem kleinen Teil genutzt wird. Allein in den Ausbau der Kaianlagen von der Neptunwerft bis zur Silohalbinsel wurden 39 Mill.€ investiert. Die Inwertsetzung dieser Ressourcen gehört auf die Tagesordnung.
Zum dritten wird das maritime Erbe Rostocks unzureichend und zunehmend weniger präsentiert. Bis zum Beginn der 1990er Jahre bestand das Schifffahrtsmuseum in der August-Bebel Straße und das Schiffbaumuseum auf dem Traditionsschiff. Heute wird nur noch vom Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum im IGA-Park gesprochen. Mit dem beginnenden Ümbau in der August­Bebel-Straße werden die dort von der Societät Maritim ausgestellten wertvollen Modelle und Exponate ebenfalls ins Depot gehen. Die Ausstellung im IGA-Park ist lückenhaft und veraltet und zieht auch aufgrund der Lage nur eine beschränkte Zahl von Besuchern an.
Allen drei Anliegen soll mit der Einrichtung einer Maritimen Meile im Stadthafen Rostock entsprochen werden. Dabei soll die öffentlich zugängliche Maritime Meile im Hafengebietvon der Silohalbinsel bis zum Matrosendenkmal und Kran der Neptunwerft vielfältige maritim geprägte Erlebnisbereiche umfassen und damit zum Anziehungspunkt für junge und ältere Touristen und Einwohner werden. Im Kernbereich soll die Maritime Meile ein Maritim-Touristisches Zentrum einschließen, das aus einem landseitigen Komplex von architektonisch prägenden Gebäuden in Kombination mit wasser- und landseitig platzierten maritimen Exponaten besteht und sowohl der Darstellung der Leistungsfähigkeit der heutigen maritimen Wirtschaft Rostocks als auch der Pflege des maritimen Erbes dient.
Hiervon ausgehend hat sich die Projektgruppe Maritime Meile im Stadthafen Rostock die Aufgabe gestellt, mit der Einrichtung einer Maritimen Meile die gegenwärtig unbefriedigende Situation im Stadthafen durch einen spürbaren Zuwachs an innovativer Infrastruktur zu überwinden. Dabei ist ein wesentlicher Ausgangspunkt, bereits vorhandene Ressourcen in Form der Infrastruktur des Stadthafens und der zahlreichen maritimen Exponate im Schiffbau­und Schifffahrtsmuseum, in der Societät Maritim und in den Depots besser in Wert zu setzen. Die Projektgruppe war vom Oktober 2014 bis Juli 2015 tätig. In den Beratungen der Projektgruppe wurden die Ansichten der vertretenen Institutionen zur Entwicklung einer Maritimen Meile zusammengetragen und diskutiert; Anlage 1 stellt die Tagesordnungen der Projektgruppenberatungen dar. Durch den Maritimen Rat wurden die Ergebnisse der Beratungen zeitnah in Feststellungsprotokollen festgehalten. Die Öffentlichkeit wurde durch Pressemitteilungen informiert. Als Mediator und Moderator der Projektgruppe war Prof. Dr. Karl-Heinz Breitzmann tätig.
Am 12. Mai 2015 führten die Projektgruppe und der Maritime Rat eine Bürgerinformations­veranstaltung durch, auf der die erarbeiteten Vorstellungen zur Maritimen Meile und zum Maritim-Touristischen Zentrum vorgestellt und zahlreiche Meinungsäußerungen und Hinweise der Teilnehmer entgegengenommen wurden.
Die Ergebnisse der Veranstaltung sind im Abschnitt 6 zusammengefasst.

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